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Varroabefall

Seit ein paar Jahren sind die Bienen von Parasiten befallen, die es zuvor bei uns nicht gegeben hat: Den Varroamilben

Es sind alle Imker gefordert, eine stetig flächendeckende Bekämpfung dieser Parasiten durchzuführen, um den Varroadruck in Grenzen zu halten!

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine als Adulte ca. 1,6 Millimeter kleine Milbe, die sich bei der Honigbiene festbeißt Die eigentliche Entwicklung und Vermehrung der Milbe findet jedoch nicht auf der erwachsenen (adulten) Biene, sondern in der verdeckelten Bienenbrut statt. Deshalb handelt es sich bei der Varroose (zuvor: Varroatose) - wie dieser Parasiten-Befall genannt wird - im Wesentlichen um eine Brutkrankheit.
Da im Winterhalbjahr keine Brut gepflegt wird, müssen die Varroamilben in dieser brutlosen Zeit vollständig auf die erwachsenen Bienen wechseln, um zu überleben.



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Befallene Bienenlarve




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Indikationen und Folgen

Die Varroamilbe steht auch im Verdacht, eine der möglichen Ursachen des seit einigen Jahren immer wieder auftretenden seuchenartigen Bienensterbens zu sein. Es wird vermutet, dass die Milben dabei Viren übertragen, bzw. durch die zugefügten Verletzungen entsprechende Sekundärinfektionen ermöglichen. So wird zum Beispiel die Varroa destructor als eine der Hauptursachen für das große Bienensterben im Winter 2002/2003 angesehen, bei dem ca. 30% aller Bienenvölker in Deutschland verendeten. Das Bienensterben im Winter 2006/2007 in den USA prägte dann den Begriff des Colony Collapse Disorder. Allerdings ist das besagte Massensterben in den USA nicht eindeutig auf Varroabefall zurückzuführen. Gleiches gilt für das Bienensterben im Mai/Juni 2008 im Rheintal zwischen Lörrach und Rastatt, das zweifelsfrei auf eine Vergiftung durch ein Insektizid aus der Gruppe der Neonicotinoide zurückgeführt werden konnte. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Varroamilbe häufig im Herbst-/Winterhalbjahr für das Sterben von Bienenvölkern verantwortlich ist. Meist kommen jedoch Faktoren hinzu, die diese Gefahr potenzieren. Einige Wissenschaftler sprechen deshalb von der „Formel: Bienensterben = Varroa + x“.
Die asiatischen Bienen kommen mit der Milbe zurecht, sie verlassen ihren Stock, falls derParasitenbefall übermäßig zunimmt. Ebenso haben sie die Fähigkeit, befallene Brutzellen zu erkennen und zu entfernen, um so der Vermehrung Einhalt zu gebieten. Zudem ist bei der Östlichen Honigbiene nur bei der Drohnenbrut eine ausreichend lange Verdeckelungszeit gegeben, die auch die ausreichende Entwicklung (Generationenfolge) der Milbe zulässt. Ganz anders die europäischen Rassen der Westlichen Honigbiene, die wesentlich "sesshafter" sind, Milben nicht erkennen können und längere Verdeckelungszeiten, auch der in der ganzen Vegetationszeiten vorkommenden Arbeiterinnenbrut, haben.

Ausbreitungsmechanismen
Es liegt in der Natur der Bienen, dass stärkere Völker schwächere ausrauben. Ist ein Bienenvolk von der Varroamilbe befallen, ist es zu schwach, sich zu verteidigen. Beim Ausräubern der schwachen Völker wechseln auch Milben auf die räuberischen Bienen. Diese bringen die Milben sozusagen "im Gepäck" mit und infizieren damit ihre eigene Brut. Hinzu kommt, dass die Imker in Europa aufgrund der industrialisierten Landwirtschaft mit ihren großflächigen Monokulturen zum "Wandern" mit den Völkern gezwungen sind. Dieser Umstand trägt zusätzlich zu einer weiträumigen Verbreitung des Parasiten bei.

Bekämpfungsmöglichkeiten
den ersten Jahren nach dem Auftreten der Milbe wurden verschiedene, meist schon bekannte (klassische) Behandlungsmittel gegen Parasiten verwendet, die zwar die Milbe als Spinnentier, aber nicht die Bienen abtöten. Hierbei ergaben sich jedoch mit der Zeit Nebenwirkungen in Form von Resistenzbildung sowie Rückständen, hauptsächlich im Wachs, aber auch im Honig. Deshalb wurde früh begonnen, sogenannte alternative Behandlungsmethoden zu entwickeln, die diese Nachteile nicht aufweisen.

Bedenkt man, dass die Drohnenbrut etwa 8,6 mal häufiger als jene der Arbeiterbiene befallen wird, lassen sich so auf ganz natürlicher Basis so genannte Varroa-Fallen einsetzen. Hierzu muss die Drohnenbrut kurz vor dem Schlüpfen entfernt werden. Die Gefahr besteht dabei, die Milben auf Drohnenbrut zu selektieren. Viele Imker setzen heute zusätzlich auf den Einsatz von organischen Säuren wie Milch-, Oxal- oder Ameisensäur. Diese Säuren oder deren Salze kommen natürlicherweise im Stoffwechsel von Pflanzen und Tieren, oder sogar direkt in manchen Honigsorten vor. Ebenso wird das ätherische Öl Thymol gegen die Milbe eingesetzt (Thymol ist Bestandteil der Zellwände von Thymian, welcher bei den Bienen einen Putzreflex auslöst).

Die Variante der Drohnenbrutentnahme ersetzt zwar nicht völlig andere Bekämpfungsmethoden, doch bietet sie eine schonende Behandlung gerade in der Trachtzeit und vermindert somit das Ansteigen der Milbenzahl im Bienenvolk. Der Einsatz der organischen Säuren oder des Thymols kann dann ergänzend nach der letzten Honigernte im Herbst und im Winter erfolgen und verhindert kritische Rückstände, die sich sonst vor allem im Bienenwachs anreichern könnten. Bei einer entsprechenden Konzentration im Wachs würde schließlich auch der Honig belastet werden. Die Säuren sind im Gegensatz zu den konventionellen Behandlungsmitteln nicht fettlöslich, so dass eine Anreicherung im Wachs nicht möglich ist. Diese Vorgehensweise wird von einzelnen Bieneninstituten empfohlen.
Wichtig ist in jedem Fall, durch laufende Kontrolle die Befallstärke abzuschätzen. Dies kann durch Gemülldiagnose geschehen, indem die pro Tag auf den Boden der Bienenbeute abgefallenen toten Milben gezählt werden. Fallen im Juli 5 bis 10 Milben pro Tag, kann der Befall bereits kritisch werden.

Resistenzbildung bei den Milben
Da bei einer Varroabekämpfungsmaßnahme selten alle Milben getötet werden, findet zu einem gewissen Grad auch eine Auslese der Milben statt. Um zu vermeiden, auf diese Art und Weise einen resistenten Milbenstamm zu züchten, empfiehlt es sich, nicht immer dieselben Bekämpfungsmaßnahmen zu verwenden, bzw. die Bekämpfungsmittel zu variieren. Dieser Druck wirkt sich entsprechend auf die Hersteller aus, da mit der Zeit immer neue Wirkstoffe gefordert werden, um sowohl eine Resistenzbildung zu vermeiden als auch - bei bereits eingetretener Resistenzbildung - einen hohen Wirkungsgrad beizubehalten.

Quelle: Wikipedia



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Informationen der Vlbg. Seuchenwarte

Hier ein paar Informationen der Vlbg. Seuchenwarte:

337varroareduzierungdurchvollstaendigebrutentn.pdf [220 KB]

brutentnahmevitalevoelkerdurchkompletterb07200.pdf [677 KB]

puderzuckermethode.pdf [194 KB]

varroacontroller.pdf [1.388 KB]



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