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Imkern im Jahreskreis: Mai

Der Monat Mai ist der arbeitsreichste des ganzen Bienenjahres. Aufsetzen, Schwarmverhinderung, Ablegerbildung und die Königinnenzucht fallen in diese Zeit. Am Ende der Kirschblüte haben die meisten Völker eine Brutausdehnung von 35.000 bis 40.000 Brutzellen und eine ebenso große Anzahl an Bienen. Haben sie diese Stärke erreicht, so ist die zweite Entwicklungsphase beendet und die Völker kommen nun in die Schwarmphase, auch als depressive Phase bezeichnet.

Ab diesem Zeitpunkt ändert die Königin ihr Legeverhalten, bzw. wird die Anzahl der abgelegten Eier von den Pflegebienen durch die Fütterung der Königin mit Futtersaft reguliert. Es werden täglich nur noch so viel Eier abgelegt als Flugbienen verloren gehen. Bei einer guten Tracht gehen täglich bis zu 2.000 Flugbienen verloren. Solange diese Tracht anhält, bleibt die Legeleistung der Königin konstant hoch. Tritt nun eine Schlechtwetterperiode ein oder die Tracht geht zu Ende, so gehen durch das Abnehmen des Flugbetriebes weniger Bienen verloren als nachschlüpfen. Nun wird die Legeleistung gedrosselt, aber auch schon vorhandene kleine Larven wieder aufgezehrt. Da die Königinsubstanz, ein Pheromon, daß von der Königin ausgeschieden und vom Hofstaat weitergegeben wird um den Volkszusammenhalt (Sozialverhalten) zu gewährleisten, von der Menge der zu produzierenden Eier abhängig ist, wird die Pheromonausscheidung der Königin mit der Drosselung der Tageslegeleistung ebenfalls geringer. Dieses Pheromon bewirkt auch, daß sich die Eierstöcke der Arbeitsbienen nicht entwickeln können. Langt nun die Pheromonmenge nicht mehr für alle Bienen, so entstehen Afterweisel, die zwar noch keine Eier legen, sich aber schon als Königinnen fühlen und sämtliche Tätigkeiten einer Arbeitsbiene vernachlässigen. Es entsteht eine Depression oder Disharmonie im Volk und es werden Weiselnäpfchen gebaut und die Königin gezwungen, diese zu bestiften. Soweit sollten wir es als Imker gar nicht kommen lassen, das heißt: unsere Schwarmverhinderungsmaßnahmen müssen schon vor dem Erreichen des Höhepunktes eingeleitet werden. Schwarmdämpfende Maßnahmen sind einmal genügend Raum geben, damit das Volk bis zur optimalen Entwicklung keine Brutreduzierung einleitet - es sollten immer genügend Leerzellen zur Verfügung stehen, damit der Höhepunkt hinausgeschoben wird. Wir können auf diese Weise dem Volk vortäuschen, es hätte seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Die einfachste, aber zeitaufwendigste Art ist die Störung des Gleichgewichtes der Brutzellen zu der Bienenzahl. Bei Hinterbehandlungsbeuten durch das Aufsetzen mit einem Umhängen von Brutwaben über Absperrgitter in den Honigraum mit gleichzeitiger Zugabe von ausgebauten Waben und Mittelwänden im Brutraum. Dabei sollte darauf geachtet werden, daß Brutwaben über Brutwaben angeordnet werden, damit das Brutnest nicht zerrissen wird. Bei Magazinbeuten mit zwei Bruträumen geht man folgendermaßen vor: entweder werden bei einer Schlechtwetterperiode, bei der der dritte Raum noch nicht gegeben werden kann, nun beide Brutmagazine getauscht. Da das Brutnest auf zwei Räumen in der Form eines Eies, daß auf der Spitze steht, angelegt wird, sind im oberen Magazin zwei Drittel der Brut und im unteren Magazin ein Drittel. Durch das Vertauschen der beiden Magazine versucht nun das Volk die alte Brutnestordnung wieder herzustellen, die Legeleistung steigt wieder an und wir erreichen durch diese Maßnahme sogar noch eine Brutsteigerung bis zu 8.000 Brutzellen zusätzlich, ohne daß das Volk depressiv wird. Ist die Tracht im vollen Gange und der dritte Raum muß gegeben werden, kommt die Wabe mit der aufsitzenden Königin in die Mitte des leeren Magazins, beidseitig zwei helle ein- bis zweimal bebrütete Leerwaben, der Rest wird mit Mittelwänden aufgefüllt. Hierbei ist nur darauf zu achten, daß auf der Wabe mit der Königin kein Weiselnäpfchen vorhanden ist. Dieses Magazin kommt nun auf das Bodenbrett, anschließend wird das Absperrgitter aufgelegt und die beiden Brutmagazine aufgesetzt. Nach unseren Erfahrungen können sogar über dem Absperrgitter bestiftete und mit kleinen Maden belegte Weiselzellen vorhanden sein, ohne daß das Volk schwärmt. Wichtig ist nur, daß im Deckel eine Abflugmöglichkeit für die Drohnen vorhanden ist! Im Bienenhaus funktioniert das einwandfrei. Die abfliegenden Drohnen fliegen durch den Schlitz unter der Fensterscheibe ins Freie, finden nicht mehr zurück und kehren so durch das Flugloch wieder ins Volk zurück. Bei Freiaufstellung kann das unter Umständen problematisch werden. Den meisten Imkern ist nicht bekannt, wieviele Königinnen nach dem Umhängen von Brutwaben in den Honigräumen schlüpfen und dort zu Grunde gehen oder durch das Deckelflugloch abfliegen und nicht mehr zurückfinden. Wenn wir drei Wochen nach dem Schlüpfen der letzten Brut das oberste Magazin abschleudern wollen, kann es bei der Freiaufstellung vorkommen, daß man ein herrliches Brutnest mit einer jungen Königin findet, obwohl die alte Königin im untersten Raum ebenfalls ein Brutnest hat. Zum besseren Verständnis möchte ich darauf hinweisen, daß man ja auch im Honigraum über Absperrgitter im weiselrichtigem Volk Königinnenzucht betreiben kann. Wenn also nach 3 Wochen bzw. nach 24 Tagen, wenn auch die letzten Drohnen geschlüpft sind, der oberste Raum abgeschleudert wird (mindestens zwei Drittel gedeckelt und reif), wird ein Magazin mit hellen bebrüteten Waben und höchstens noch zwei Mittelwänden nach dem Entfernen des Absperrgitters auf das unterste Magazin aufgesetzt, das Absperrgitter wieder aufgelegt und der vorher 2. Raum als Honigraum aufgesetzt. Die Königin, die sich im untersten Raum ein vollkommen neues Brutnest anlegen mußte und nun wieder dem Höhepunkt zustrebt, hat wieder genügend Leerzellen zur Eiablage, um ihr Brutnest in der optimalen Größe aufzubauen. Wieder können wir ihr vortäuschen, sie hätte den Höhepunkt noch nicht erreicht. Bis sie die größte Brutausdehnung erreicht, ist die Schwarmzeit vorüber und andere Regelmechanismen treten an dessen Stelle.

So mancher wird nun einwenden, wenn das so einfach wäre, könnte man sich eine Menge Arbeit sparen. Und genau das ist der springende Punkt. Die meisten gebräuchlichsten Magazine haben eine zu große Wabenzahl und sind nur Oberbehandlungsbeuten, in denen die Völker genau so bearbeitet werden, wie in den Hinterbehandlungsbeuten früherer Zeiten. Magazinimkerei bedeutet nichts anderes als Schichtenbeweglichkeit und ein Magazin mit 8 Waben im Zandermaß hat genau die richtige Größe, um im Einklang mit der Natur eine Schichtenbeweglichkeit durchführen zu können. Arbeitstechnisch ist ein Kompromiß immer mit Mehrarbeit verbunden. Nicht die Völker reduzieren, sondern billiger produzieren sollte die Devise der Zukunft lauten. Und damit möchte ich die Imker mit größeren Völkerzahlen zu einer noch arbeitssparenderen Schwarmverhinderung animieren. Vor dem Erreichen des Höhepunktes (beide Brutmagazine sind voll bebrütet) wird das Volk entweiselt, nach 9 Tagen alle Weiselzellen bis auf eine ausgebrochen und der Honigraum über Absperrgitter aufgesetzt. Bei Freiaufstellung und bei farbig markierten Beuten kommen 95 - 98 % der jungen Königinnen vom Begattungsflug zurück. Sicherheitshalber behält man bei der Entweiselung einige gute Königinnen, die als Zwischenableger den Völkern, bei denen die Königin nicht zurückgekommen ist, wieder zurückgehängt werden. Eine weitere Variante bietet sich den Züchtern. Am Tag der Entweiselung wird eine Zuchtserie belarvt, nach 9 Tagen alle Weiselzellen ausgebrochen und dafür eine Zuchtzelle gegeben. Bei größeren Ständen kann man ja je nach der Entwicklung der Völker erst einen Teil entweiseln und später wieder einen Teil, damit die Arbeit besser verteilt werden kann und das Risiko einer Schlechtwetterperiode während der Begattungsflüge nicht zu groß wird. Diese Art der Schwarmverhinderung hat zusätzlich noch einige Vorteile. Einmal hat das Volk während der Tracht keine Brut zu pflegen - es stehen mehr Flugbienen zur Verfügung - die Erträge steigen, die vorhandenen Bienen altern nicht so schnell (nur brutpflegende Bienen werden zu Altbienen) und zu Beginn der Waldtracht ist das Volk durch die junge Königin voll motiviert, wir sagen "voll im Zug". Für Wanderimker, die mehr als zwei Trachten nützen wollen, ist dieses Verfahren weniger geeignet. Der zweite Vorteil liegt in der Dämpfung der Varroavermehrung, die durch die vorübergehende Brutlosigkeit unterbrochen wird. Das Ziel einer Schwarmverhinderung ist die Überwindung der depressiven Phase ohne Ertragsminderung. Wenn ich so an meine Anfänge zurückdenke, als die alte Lehre des Schröpfens noch praktiziert wurde, konnte es einem in guten Jahren passieren, daß der ganze Garten voll Ableger stand, doch in den Honigräumen war meist nichts drin. Erst mit der Zwischenablegerbildung mit der alten Königin, der nach 9 Tagen nach dem Ausbrechen der Weiselzellen wieder mit dem Volk vereinigt wurde, bekamen wir die Schwarmverhinderung so einigermaßen in den Griff, doch wie oft mußte der Vorgang zwei- oder gar dreimal wiederholt werden. Die siebentägige Kontrolle der Völker auf Weiselzellen dürfte der Vergangenheit angehören. Auch das Ausbrechen der Weiselzellen änderte ja nichts am depressiven Verhalten des Volkes - erst bei beginnender Waldtracht hatte diese Methode Erfolg. Heute wissen wir mehr über die Vorgänge, die sich in einem Volk abspielen und können so helfend eingreifen ohne die Völker buchstäblich zu vergewaltigen. Versuche, den Schwarmtrieb durch Zucht und Auslese schwarmträger Linien beizukommen, schlug ebenfalls fehl. Damit will ich nicht sagen, daß es so etwas nicht gibt. Natürlich kann ich durch intensive Reinzucht Völker bekommen, die nicht mehr schwärmen, doch ist dies ein Trugschluß, denn durch die Anlagenverarmung dieser Reinzuchtvölker erreichen sie die depressive Phase gar nicht mehr.

Zieht man von solchen Völkern nach und läßt die Töchter standbegatten, so ist der Schwarmtrieb sofort wieder vorhanden. Solche Reinzuchtlinien haben meist außer der Schwarmlosigkeit auch im Honigertrag eine Leistungsgrenze und sind auch nicht so vital. Den goldenen Mittelweg zu finden, ist die Kunst des Züchters. Wer sich über die Schwarmträgheit seiner Bienen Klarheit verschaffen möchte, braucht nur einmal ein Volk schwärmen lassen und das Restvolk beobachten, ob ein Nachschwarm kommt. Kommt kein Nachschwarm, so wie es bei Carnika üblich ist - habe ich eine schwarmträge Biene, kommen ein oder gar mehrere Nachschwärme - so habe ich eine schwarmlustige Biene. Schwärmt ein Volk einer schwarmträgen Biene, so liegt das am Imker - hier ist er mit seinen Schwarmverhinderungsmaßnahmen zu spät gekommen. Es wäre schade, wenn Schwarmzellen solcher Völker vernichtet werden, nur weil früher immer wieder behauptet wurde, Königinnen aus Schwarmzellen würden wieder schwärmen. Wieviel gutes Bienenmaterial ging dabei verloren. Daß in früheren Zeiten die Völker öfter schwärmten lag doch nicht an der Biene, sondern an unseren zu kleinen Kästen. Anfängern empfehle ich, diese Schwarmzellen mitsamt der Wabe zur Ablegererstellung zu verwenden. Man nimmt einen Fünfwabenablegerkasten und stattet ihn mit einer ausgebauten Wabe, der Brutwabe mit der Weiselzelle, einer zusätzlichen gedeckelten Brutwabe, die er auch einem anderen Volk entnehmen kann, einer Mittelwand und einer Futtertasche aus, stößt von einer weitern Wabe die Bienen dazu und stellt ihn etwas abseits der Hauptflugrichtung seiner Völker auf. Die Altbienen fliegen zurück, so daß nur noch Jungbienen in ausreichender Zahl vorhanden sind. Sind mehrere Weiselzellen auf einer Wabe, so kann man die überzähligen einzelstehenden vorsichtig herausschneiden und sie auf einer anderen Brutwabe mit einer Stecknadel anheften und den Grundstock für einen weiteren Ableger legen. Zusammengebaute Weiselzellen kann man nicht trennen, weil die Königinnenpuppen keinen allseits geschlossenen Kokon haben. Man beläßt sie einfach, ein Schwarm geht deswegen nicht ab. Ist die junge Königin in Eilage - zu dem Zeitpunkt ist alle Brut geschlüpft - so ist der Ableger für kurze Zeit ohne gedeckelte Brut, in der er gegen die Varroamilben behandelt werden kann. Welches Mittel dazu verwendet wird, spielt eine untergeordnete Rolle. Wenn die Futtertasche leer ist, wird sie durch eine weitere Mittelwand ersetzt. Nach der Zugabe der letzten Mittelwand hat er so viele Bienen, daß flüssig weitergefüttert werden kann.

Nun hat man einen Ableger, der entweder als Wirtschaftsvolk in eine Beute umgehängt und bis zur Einwinterung zum Vollvolk heranwächst, oder er wird zur Umweiselung verwendet. Wer nicht genügend Frühjahrshonig ernten kann, weil er entweder in einer rauhen Gegend imkert oder sein Gebiet frühtrachtarm ist, kann jetzt den Grundstock für die nächste Frühtracht legen. Am Ende der Frühtracht bildet er Ableger wie oben beschrieben und vereinigt sie vor der Auffütterung mit den Wirtschaftsvölkern. Dabei sollte die Altkönigin herausgefangen werden. Die Aussage mancher Imker, die Bienen würden immer die junge Königin behalten, stimmt nicht, sie behalten immer die Bessere. Welche nun die Bessere ist, hat weder mit ihrem Alter noch mit ihrer Abstammung etwas zu tun. Die Königin, die derzeit in voller Legetätigkeit ist, also auch eine größere Pheromonausscheidung hat, ist für das Volk wesentlich attraktiver. Viele junge Königinnen gingen auf diese Art verloren. Man sollte grundsätzlich beim Zusetzen einer Königin, ob allein oder im Ableger, darauf achten, daß die Königinnen in voller Legeleistung sind. Die Annahmeergebnisse sind wesentlich höher.

Im Mai treffen wir die Vorbereitungen für die Zucht. Die Auswahl der Pflegevölker sollte schon im Vorjahr erfolgen. Alle Völker, die große Brutflächen pflegen (Fleischvölker) aber bei denen die Honigleistung zu wünschen übrig läßt, werden erstmal vorgemerkt. Bei einer trachtlosen Zeit werden sie nochmals begutachtet, ob ihre Maden im Futtersaft schwimmen oder ob sie trocken liegen. Nur die Völker, bei denen die Maden im Futtersaft schwimmen, werden Pflegevölker. Der Termin des Zuchtbeginnes sollte so gelegt werden, daß er nach einer Schönwetterperiode eingeleitet wird. Beginnt man nach einer Schlechtwetterperiode, so ist das Annahmeergebnis der belarvten Zellen wesentlich geringer. Acht Tage vor der Entweiselung bekommt das Pflegevolk ein Kilo Blütenhonigfutterteig, entweder in einer Futtertasche oder im zugänglichen Deckelfuttertrog. Niemals den Futterteig auf die Rähmchenoberträger legen - er würde durch die Brutnestwärme in die Wabengassen laufen und die Bienen verkleben. Läuft er dann gar aus dem Flugloch, so kann es eine böse Räuberei geben. Nun wird das Pflegevolk entweiselt und nach weiteren 9 Tagen werden alle Weiselzellen ausgebrochen. Die leere Futtertasche wird entfernt und die Waben an die Beutenwand geschoben, damit in der Mitte eine Gasse zur Aufnahme des Zuchtrahmens entsteht. Man kann dieses Verfahren noch verbessern, wenn man statt des Zuchtrahmens nochmals eine Wabe, am besten eine einmal bebrütete ausgebaute Mittelwand mit jüngsten Maden und ansitzenden Bienen aus irgend einem Volk in diese Gasse hineinhängt. Am nächsten Tag wird diese Wabe wieder gezogen, die ansitzenden Bienen ins Pflegevolk zurückgefegt und ein belarvter Zuchtrahmen eingehängt. Der Sinn dieser zusätzlichen Arbeit ist folgender: Nach der neuntägigen Weisellosigkeit ist keine offene Brut mehr vorhanden, die Futtersaftdrüsen der Ammenbienen haben sich zurückgebildet. Durch das Einhängen einer Wabe mit jüngsten Maden werden diese wieder aktiviert. Wenn die Wabe, die fast 4.000 Maden beinhaltet, nun entfernt wird und nur 30 umgelarvte Weiselnäpfchen gegeben werden, kann man sich vorstellen wie gut diese Maden mit Futtersaft versorgt werden. Zieht man nach einer halben Stunde den Zuchtrahmen wieder heraus, so schwimmen die umgelarvten Maden bereits in einem Futtersaftsee. Gerade für den Anfänger in der Zucht bietet dieses verbesserte Verfahren eine größere Sicherheit. Zieht man die Wabe mit den jüngsten Larven nach 24 Stunden heraus, müssen, vorausgesetzt man hat eine erstmals bebrütete Wabe verwendet, Weiselnäpfchen angeblasen sein. Hat das Volk keine Näpfchen über einigen Maden angezogen, so ist größte Vorsicht geboten - es könnte eine Weiselzelle übersehen worden sein. Bei älteren mehrmals bebrüteten Waben dauert das Umformen der Arbeiterinnenzellen zu Weiselnäpfchen wegen der Nympfenhäutchen länger, so daß nach 24 Stunden keine sichere Beurteilung möglich ist.

Entnimmt man diese Wabe einem zur Nachzucht geeignetem Volk, so kann man sie nach der Entnahme aus dem Pflegevolk auch zwischen zwei Brutwaben in den Honigraum eines weiselrichtigen Volkes hängen. Dabei sollte man darauf achten, daß dieses Volk nicht zu stark ist, denn wer schon einmal erlebt hat, wie Zuchtrahmen während einer Volltracht zur Weiterpflege im Honigraum aussehen, der wird nie mehr eine Zucht im weiselrichtigen Volk machen. Diese Zuchtrahmen werden total zugebaut, ohne Markierung kaum noch von den anderen Honigwaben zu unterscheiden und die Puppen sind in ihren Zellen buchstäblich ersoffen - sprich erstickt. Außerdem ist es ein völlig unbiologisches Verfahren. Welches Volk würde Königinnen heranziehen, wenn es eine hat. Hier wird nur der Umstand genützt, daß angepflegte Zellen weitergepflegt werden. Hat man kein Pflegevolk am Stand, so sollte man sich lieber einen Sammelbrutwabenableger erstellen. Dazu benötigt man 6 bis 7 Brutwaben und zwei Futterwaben, kehrt noch Bienen von 2 bis 3 Waben dazu und verfährt damit genauso wie bei der Zucht im weisellosen Volk; also nach 9 Tagen Weiselzellen ausbrechen, Wabe mit jüngsten Maden zuhängen usw.. Am 9. Tag nach dem Umlarven müssen die Weiselzellen nun verschult werden. Die Schlüpfkäfige bekommen einen kleinen Futterteigvorrat und werden in einen Hürdenrahmen gestellt, die Weiselzellen in die Schlüpfkäfige verschult und ins Pflegevolk zurückgegeben, bis die jungen Königinnen geschlüpft sind. Wahlweise stellt man die verschulten Käfige in einen Brutschrank. Hierbei ist zu beachten, daß in den Schlüpfkäfigen, die im Brutschrank stehen, mindestens 2 bis 3 Begleitbienen zugegeben werden. Die Schlüpfkäfige in den Hürdenrahmen im Volk müssen bienenfrei sein, sonst langen die Bienen im Käfig das Futter durchs Gitter nach draußen, bekommen aber nichts mehr zurück und müssen mit den Königinnen in den Käfigen verhungern. Sind die Königinnen allein im Käfig, so können sie entweder die Stockbienen anbetteln, oder sollten sie nichts bekommen, sich von dem beigegebenen Reservefutter ernähren. Nach dem Schlüpfen werden sie auf etwaige Mängel untersucht, gezeichnet und weiterverarbeitet. Das Zeichnen sollte jedoch erst erfolgen, nanchdem der Chitinpanzer ausgehärtet ist. Bei dieser Gelegenheit kann man sich den Kopf der Königin etwas genauer ansehen. Mit einer Lupe 1:10 kann man die Einkerbung der Mandibeln (Kauladen) sehr gut sehen. Ist die Einkerbung stark ausgeprägt, so haben wir die Gewissheit, daß die Made beim Umlarven nicht zu alt war. Wie schon beschrieben, halten wir unsere Zuchtköniginnen überwiegend in Ablegerkästen (5 Waben) um die Lebensdauer der Zuchtköniginnen zu verlängern und um Zuchtstoff in Form von Eiern aus einem kleinen Tagesgelege zu bekommen. Diese Eier haben nach Untersuchungen von zwei russischen Wissenschaftlerinnen mehr Dotterschollen und Plasma als Eier aus einem großen Tagesgelege. Sie wiegen auch mehr und die daraus entstehenden Königinnen sind in der Größe und im kräftigen Körperbau von Schwarmköniginnen nicht zu unterscheiden. Denken wir zurück - beim Bestiften der Schwarmzellen ist die Legeleistung der Königin ebenfalls gedrosselt. Das Umlarven erfolgt bei uns in selbsthergestellten Wachsbecherchen mit 9 mm Durchmesser, die mit flüssigem Wachs gleich auf die Stopfen der Schlüpfkäfige und durch ein leichtes Eintauchen in flüssiges Wachs auf die Zuchtlatten der Zuchtrahmen aufgeklebt werden. Die Zuchtlatten sind im Zuchtrahmen nur an den Seitenteilen mit je einem Nagel befestigt, damit man sie drehen kann. Beim Aufkleben der Stopfen sollte man beachten, daß das Wachs nicht zu heiß ist, sonst lassen sie sich beim Verschulen nicht abdrehen. Das Umlarven selber erfolgt mit dem Umlarvlöffel, der am Anfang eine kurze Zeit am Ende des Löffelchens in der geschlossenen Hand angewärmt wird. Beim Umlarven wird der Umlarvlöffelt so unter die Made geführt, daß dieser in der Mitte so zu liegen kommt, daß die beiden Madenenden frei darüberstehen. Beim Herausziehen darf die Made nicht umgedreht oder gerollt werden. Da die Maden im Futtersaft liegen, haben sie nur eine Seite der Tracheen zum Atmen, kommen sie auf der anderen Seite zu liegen, würden sie ersticken. Die Maden sollten nicht älter als eineinhalb Tage sein. Ältere Züchter, die nicht mehr so gut sehen können, haben oft Schwierigkeiten beim Umlarven. Dazu gibt es einige Hilfen und Tips. Braucht man eine Lese- oder eine Vergrößerungsbrille, so kann man die Größe der Made nicht genau feststellen. Hier orientiert man sich an der Krümmung der Made. Sie muß noch sichelförmig in der Zelle liegen. Hat sie die Form eines Hufeisens, so ist sie zu alt. In bebrüteten Waben heben sich die weißen Larven besser ab als in Erstmalsbebrüteten und auch das Einkürzen der Zellen mit einem warmen Messer kann schon eine Hilfe sein.



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