Nosematose - Bienenzuchtverein Dornbirn 1868

Bienenzuchtverein
Dornbirn 1868
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Nosematose

Bienenkrankheiten
Durchfallerkrankung

Nosema (Nosematose)

Erkrankung/Ursache: Nosematose (Nosema apis, Mikrosporidie)
Nachweis: Mikroskopuntersuchung
Symptomatik: Durchfallerkrankung
Behandlung: Selbstheilung, sonst Abtöten des Volkes

Die Nosematose ist eine durch Nosema sp. verursachte Erkrankung bei Honigbienen. Sie ist die häufigste Tierseuche bei erwachsenen Bienen und hoch ansteckend.

Der Verursacher der Krankheit ist ein einzelliger Parasit, Nosema apis, welcher zur Gruppe der Kleinsporentierchen gehört. Die Sporen werden von den Bienen über das Futter und an Tränken sowie beim Reinigen der Waben oder anderer Beutenteile aufgenommen. Schon wenige von der Biene aufgenommene Sporen können zu einer Infektion führen. Die Sporen gelangen nach der Aufnahme in den Mitteldarm der Biene und richten hier erhebliche Zerstörung am Darmepithel an, welche die Stoffwechselleistung der Biene stark reduziert. Dies schwächt die Biene zunehmend und veranlasst sie zur Kompensation vermehrt Nahrung aufzunehmen, was jedoch zu einer übermäßigen Füllung des Darms führt, infolgedessen die Biene ihre Flugfähigkeit einbüßt. Durch die erhebliche Schwächung geht die Biene vorzeitig ein.

Nosematose tritt zumeist im Frühjahr nach Schlechtwetterperioden auf. Ihre Symptome sind relativ unspezifisch, so dass sie schnell mit anderen Bienenkrankheiten verwechselt werden kann. Ein Merkmal der Nosematose sind braune oder gelbe Kotflecken im Bienenstock und auf den Waben. Da ausschließlich die jungen Arbeiterinnen die Beute reinigen, sind sie auch im weitaus stärkeren Maße infiziert als die Drohnen. Eine Infektion der Königin tritt oft erst bei sehr starker Infektion des Volkes auf, da die infizierten Arbeiterinnen nur selten an der Pflege der Königin beteiligt sind. Vermutlich können die meisten Königinverluste im Winter jedoch auf eine Nosema-Infektion zurückgeführt werden.

Die Übertragung von Nosematose auf andere Völker erfolgt durch kontaminierte Waben oder Gerätschaften des Imkers oder durch Räuberei und Verfliegen einzelner Bienen.

Desinfektion und Reinigung

Desinfektion mit Flämmer

Wir haben einen starken Gasbrenner zum Ausbrennen infizierter Beuten angeschafft - er steht ab 19. März beim Lehrbienenstand für die Mitglieder zur Verfügung.


Ausbrennen mit Gasflämmer
                 
Das Ausbrennen mit einem starken Gasflämmer wie ihn Dachdecker benutzen ist gründlich vorzunehmen. Durch die Hitzeeinwirkung werden die Erreger zerstört.

Desinfektion mit Ätznatron
                 
Eine weitaus gründlichere Methode ist die Anwendung von Ätznatron, das in kristalliner Form in Farbengeschäften und Baumärkten erhältlich ist.

Die Anwendung ist nur mit Schutzbrille (ein Spritzer ins Auge genügt, um zu erblinden!) und Schutzhandschuhen erlaubt!!!

Die Kosten sind gering. Da diese Natronlauge auch zum Abbeizen von Farben benützt wird kann es vorkommen, dass beim anschließenden gründlichern Nachspülen außen aufgebrachte Farben an den Magazinen abgebeizt werden.

aetznatron1.pdf


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